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Hortense Reintjens-Anwari
Dr. phil. Dipl. theol., geb. in Maastricht. Studium der Geschichte und Kulturanthropologie (Fokus: Vorderer und Mittlerer Orient) und Theologie (Fokus: Philosophische Anthropologie). Langjährige Lehrtätigkeit an der Universität zu Köln. Zur Zeit Forschung und Seminare auf dem Gebiet der interkulturellen Philosophie und Spiritualität.
Kreatürliche und göttliche Schönheit sind in der islamischen Dichtung nicht von einander zu trennen. Die Liebe zur sinnlichen Schönheit bildet eine Leiter zur absoluten Schönheit. Alles Geschaffene trägt deren Antlitz. Hässlichkeit und Böses existieren als Kontrast, ein „Salz“, um das wesentliche Sein der Allschönheit erkennbar zu machen. Auf dem Weg zu dieser Erkenntnis sollen Wüstendörner gleich wie Rosenblätter geliebt werden. Einsichtig geworden sagt Hafez (Persien 14 Jhd) : „Meine Augen wendeten sich ab von dieser Welt, als sie für die Schönheit Deines Antlitzes geöffnet wurden“.
Inbegriff dieses schönen Antlitzes ist Yusuf, der biblische schöne Joseph, der die göttliche Substanz im Menschen, das „innere Selbst“ verkörpert. Die Yusuf-Geschichte ist die Parabel des Aufstieges der menschlichen Seele aus der Tiefe des dunklen Brunnens zum leuchtenden Morgenstern, von der sinnlichen zur „wahren, unsinnlichen Schönheit, die keine Form kennt“ (Ghasali, Persion 12. Jhd) „Erzählen werden wir dir die schönste der Geschichten....“ (Koran, Sure 12, Vers3)
Zu dieser Thematik werden wir in den 2 Workshops dichterische Texte lesen und besprechen und mystische Gesänge hören.
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