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voluptates aurium – die Freuden des Gehörs

Iso Camartin

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Iso Camartin (1944), Essayist und Autor, war von 1985-1997 ordentlicher Professor für rätoromanische Literatur und Kultur an der ETH und an der Universität Zürich. Er lehrte und forschte über sprachlich-kulturelle Minderheiten und über die Kulturgeschichte des Alpenraums. Als Literaturkritiker war er in verschiedenen Jurys tätig, unter anderem beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt. 1996-1998 moderierte er die "Sternstunde Kunst" beim Schweizer Fernsehen DRS. 2000-2003 war er Leiter der Kulturabteilung des Schweizer Fernsehens DRS. Lebt als freischaffender Publizist in Zürich.

Zahlreiche Publikationen, darunter:

  • Die Bibliothek von Pila, Suhrkamp 1994 (Suhrkamp tb 1997)
  • Der Teufel auf der Säule, 52 Flash-Geschichten, Suhrkamp 1998
  • Graziendienst, Suhrkamp 1999
  • Hinauslehnen, Geschichten, Glossen, Essays, Suhrkamp 2000
  • Jeder braucht seinen Süden, Suhrkamp 2003

Am Anfang ist alles ganz einfach. Den Kinderglauben schenken uns die Götter. Und was für ein schönes Geschenk sie uns damit machen! Als Kind bin ich leidenschaftlich gern in die Kirche gegangen. Ich liebte Sonn- und Feiertage mehr als alle anderen Tage des Jahres. Diese zum Himmel strebende Architektur! Diese Farbenpracht der Barockkirchen! Dieser sonntägliche Duft von Kerzen und Weihrauch! Und vor allem: Musik erfüllte die Kirchen in einer Weise, die der Vorgeschmack eines schöneren Lebens war. Ich bin überzeugt, meine frühe Begeisterung für die Kirche hat am allermeisten mit der Erfahrung von Musik zu tun. Die Kirche war der Ort, wo die - voluptates aurium - die Freuden des Gehörs-, von denen der Heilige Augustinus im 10. Buch seiner Confessiones spricht, er-wachten und aufblühten. Und damit wuchs die Sehnsucht nach Orten und Geschehnissen, die in der alltäglichen Welt nicht zu finden sind.

Für die 3 Workshopstunden bilden jeweils mythische Figuren den Ausgangspunkt.
1. Apollon und Dionysos
2. Sirenen und andere Verführer(innen)
3. Orpheus
Was bedeuten diese Gestalten heute für die Entdeckung der Schönheit?

 

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© 2013 ETH Zurich | Imprint | Disclaimer | 30 June 2005
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