printlogo
http://www.ethz.ch/index_EN
Welcome!
 
print
  

Machen Bilder die Wissenschaft schön?

Michael Hagner

mhagner

Michael Hagner ist Professor für Wissenschaftsforschung an der ETH Zürich. Er studierte von 1980 bis 1986 Medizin an der Freien Universität Berlin, dort Promotion 1987. 1987-1989 Postdoc-Stipendiat der DFG am Physiologischen Institut der FU Berlin, Abteilung Neuro- und Sinnesphysiologie. 1989 Forschungsaufenthalt am Wellcome Institute for the History of Medicine in London, danach Wissenschaftlicher Mitarbeiter zunächst am Institut für Medizin- und Wissenschaftsgeschichte der Universität Lübeck, dann am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Göttingen, dort Habilitation 1994. 1995-1996 Heisenberg-Stipendiat der DFG. 1997-2003 permanent research fellow am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. Gastprofessuren an den Universitäten Salzburg, Tel Aviv und Frankfurt am Main. 2001 kulturwissenschaftlicher Gast am Collegium Helveticum.

Wichtige Publikationen: (Hg.) Der falsche Körper. Beiträge zu einer Geschichte der Monstrositäten. Göttingen 1995; Homo cerebralis. Der Wandel vom Seelenorgan zum Gehirn. Berlin 1997; (Hg.) Ansichten der Wissenschaftsgeschichte. Frankfurt a. M. 2001; (Hg. mit Candida Höfer und Anke te Heesen) Berlin Wilhelmstrasse 44. Köln 2003; Geniale Gehirne. Zur Geschichte der Elitegehirnforschung. Göttingen 2004; (Hg.) Einstein on the Beach. Der Physiker als Phänomen. Frankfurt a. M. 2005.

Trotz aller aufzählbaren Verbindungen zwischen Wissenschaft und Ästhetik dürfte dennoch Einigkeit darin bestehen, daß die Herstellung oder Repräsentation von Schönheit nicht zu den vordringlichen Aufgaben der Wissenschaft gehört, sondern von Wissen und Erkenntnis. Auch wenn die platonische Tradition, wonach das Schöne und das Wahre zusammengehören, nie ganz verstummt ist, haben sich die modernen Wissenschaften, so meine Annahme, weitgehend in der Abwendung vom Schönen entwickelt. Diejenigen Kategorien, auf die es seit Francis Bacon angekommen ist, sind u. a. Rationalität, Objektivität, Beweis, Macht, Universalität, Präzision oder moralische Integrität. Schönheit gehörtt nicht dazu. Bildern ist in diesem Zusammenhang, vermutlich wegen der ihnen zugesprochenen Fähigkeit zur Ästhetisierung der Welt, oftmals der untergeordnete Rang einer blossen "Illustration", also einer Beigabe zur eigentlich entscheidenden Mitteilung, zugewiesen worden. Diese Situation hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Nicht nur, dass wissenschaftliche Bilder wie Heuschrecken in der vernetzten Wissensgesellschaft grassieren, sie sind auch in den Wissenschaften selbst zu einem erstrangigen Erkenntnisinstrument geworden. Das ist zweifellos den eindrucksvollen neuen technologischen Darstellungsmöglichkeiten geschuldet, aber es wirft doch eine viel weitergehende Frage auf: wird Schönheit nun selbst zu einer wissenschaftlichen Kategorie?

 

Wichtiger Hinweis:
Diese Website wird in älteren Versionen von Netscape ohne graphische Elemente dargestellt. Die Funktionalität der Website ist aber trotzdem gewährleistet. Wenn Sie diese Website regelmässig benutzen, empfehlen wir Ihnen, auf Ihrem Computer einen aktuellen Browser zu installieren. Weitere Informationen finden Sie auf
folgender Seite.

Important Note:
The content in this site is accessible to any browser or Internet device, however, some graphics will display correctly only in the newer versions of Netscape. To get the most out of our site we suggest you upgrade to a newer browser.
More information

© 2013 ETH Zurich | Imprint | Disclaimer | 30 June 2005
top