printlogo
http://www.ethz.ch/index_EN
Welcome!
 
print
  

Die Encodierung von kollektiven Symbolen in der Person - unterwegs ins Herz der Finsternis

Verena Tobler Linder

foto

(1944) Ich bin lizenzierte Ethnologin und Soziologin: Weil ich die Weltbilder der Menschen verstehen will, muss ich ihre Selbstbilder erkunden und beachten, wo sie in dieser vielfältigen Welt leben. Ich habe den universitären Wissenschaftsbetrieb verlassen, um jene zu verstehen, die in Bangladesh, Pakistan, Liberia, Kamerun und im Sudan an den Rändern der Weltwirtschaft überleben. Von ihnen habe ich so viel gelernt, dass ich meinem Ansatz treu geblieben bin. Zurück in der Schweiz arbeite ich an Universitäten, Fach- und Volkshochschulen und lerne mit Gefängnisaufsehern, Jugendanwältinnen, Lehrmeistern, Krankenschwestern, Lehrern, Sozialarbeiterinnen, Immigranten und Asyl Suchenden.

Download Vortragstext

Der Karikaturenstreit hat bewusst gemacht, dass nicht nur Symbole, sondern auch Tabus in Form von Abbildungsverboten tief in die Kultur eingebunden sind: Menschen muslimischen Glaubens sind verletzt, weil Allah und sein Prophet karikiert wurden; Bundesrätin Calmy-Rey hat bei der libanesischen Botschaft protestiert, weil im Zedernland "unsere" Nationalfahne verbrannt wurde; und wer es in der Schweiz wagen würde, Häuser mit Hakenkreuzen zu tapezieren, würde bestraft. Was dem einen Symbol, ist dem andern "nur" Zeichen.
Mein Referat ist auf Symbole fokussiert, über die wir uns interkulturell schlecht verständigen können: Es sind jene, die Ordnungsvorstellungen transportieren, unabhängig davon, ob ihnen ein göttlicher oder ein weltlicher Ursprung nachgesagt wird. Ich werde 3 Fragen untersuchen:
Welche Gesellschaften generieren welche Typen von Ordnungsvorstellungen und Symbolen?
Welche kollektiven Praktiken sind im Umgang mit Ordnung und Symbolen zu beobachten?
Wie sind die kollektiven Ordnungsvorstellungen und Symbole in der Person vercodiert?
Wer davon ausgeht, dass wir Menschen „im Prinzip“ alle gleich sind, den führen diese Fragen mitten ins Herz der Finsternis: Denn soziale Konstruktionen werden von den einzelnen Personen internalisiert und triebenergetisch besetzt. Der eigene Ort im Empfinden und Denken ist immer dunkel, obwohl es gar keinen anderen geben soll (Ernst Bloch). Doch der Kontakt mit dem Fremden erlaubt, die je eigenen Ordnungsvorstellungen zu transzendieren, so dass die Licht- und Schattenseiten von uns Menschen besser zu erkennen und anzuerkennen sind.

Workshop: Ich packe in meinen Rucksack – unterwegs nach irgendwohin?
Wir gehen jenem Ereignis oder Zeichen nach, das unserem Leben eine Leitorientierung gibt und/oder Sinn stiftet. Was daran ist kollektiv strukturiert? Was hingegen ist idiosynkratisch – der individuellen Eigenartigkeit zugehörig? Wie verbinde ich mich mit den anderen? Was trennt und separiert mich von ihnen? Wir machen eine Auslegeordnung, suchen und finden Symbole, um unseren Rucksack möglichst so zu packen, dass wir gut unterwegs sind, ...um vielleicht eines Tages getrost loslassen können, weil es gelungen ist, unser Quäntchen persönlichen Lebens ein wenig zu transzendieren?

 

Wichtiger Hinweis:
Diese Website wird in älteren Versionen von Netscape ohne graphische Elemente dargestellt. Die Funktionalität der Website ist aber trotzdem gewährleistet. Wenn Sie diese Website regelmässig benutzen, empfehlen wir Ihnen, auf Ihrem Computer einen aktuellen Browser zu installieren. Weitere Informationen finden Sie auf
folgender Seite.

Important Note:
The content in this site is accessible to any browser or Internet device, however, some graphics will display correctly only in the newer versions of Netscape. To get the most out of our site we suggest you upgrade to a newer browser.
More information

© 2013 ETH Zurich | Imprint | Disclaimer | 10 March 2006
top