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Wolfgang Marx
Wolfgang Marx (1943), Professor für Allgemeine Psychologie (1980-1994 an der Universität München, seit 1994 an der Universität Zürich); Forschungsschwerpunkte: Kognitive Strukturen, politische Kognition, Entscheiden unter Unsicherheit; Schwerpunkte der Lehre: Wahrnehmung, Denken, Gedächtnis. Daneben Essayist und Autor mit zahlreichen Publikationen in Zeitungen (NZZ, FAZ u. a.) und Zeitschriften (Merkur, Schweizer Monatshefte u. a.).
Gefühle sind das Flüchtige, das angeblich so schwer in Worte zu Fassende, in Zeichen, Symbole oder Codes zu Bringende. Davon künden bewegte Klagen schon seit den Tagen der Antike, später haben sich die Romantiker viel darauf zugute gehalten, ihre komplizierten und tief empfundenen Gefühle im Grunde gar nicht angemessen ausdrücken zu können. Ein analoger Pessimismus wird um die Wende zum 20. Jahrhundert in den Werken zahlreicher Schriftsteller und Philosophen thematisiert. Als Musterbeispiel für diese „moderne Sprachkrise“ gilt der berühmte Chandos-Brief von Hofmannsthal. Nun hat auch schon Kant gemeint, die Phänomene des „inneren Sinns“ (so nannte man damals die Bewusstseinsvorgänge) seien nicht wissenschaftlich erforschbar, schon deshalb nicht, weil auf diese Phänomene keine Mathematik angewendet werden könne, also eines der präzisesten Beschreibungs-Systeme. Gefühle können also weder beschrieben, noch wissenschaftlich erforscht werden. Die Psychologie hat jedoch inzwischen Mittel und Wege gefunden und eine sehr spezielle Variante von Mathematik, Messung und Modellbildung auch in der Psychologie möglich zu machen. Davon soll im Vortrag die Rede sein. Zuerst soll eine allgemeine Kartierung des Raumes der möglichen Gefühle vorgestellt werden, anschliessend soll speziell ein besonderes Gefühl vertieft betrachtet werden: die Liebe.
Fazit: Was die Gefühle angeht, da kann man sowohl messen als auch beschreiben.
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