printlogo
http://www.ethz.ch/index_EN
Welcome!
 
print
  

gen*

Hildegard Elisabeth Keller

Hildegard E
Hildegard E. Keller

Professor of German Literature in the Department of Germanic Studies at Indiana University, Bloomington IN, USA (since 2008); Jury Member for the Ingeborg-Bachmann Prize (2009).  Assistant Professor (2001–2007) and Honorary Professor (since 2007) at the University of Zürich.
Two recently completed projects: Jakob Ruf. Leben, Werk und Studien. 5 vols. with 2 CD-ROM. Ed. by Hildegard E. Keller. Zürich: NZZ Libro 2008; Die Stunde des Hundes. Ein Hörbuch nach Heinrich Seuses Exemplar. Zürich: vdf 2007 (nominated for the German Audio Book Prize, 2009) awarded with the Mysticism-Award from the Theophrastus-Stiftung 2009). Her project in progress: Alfonsina Storni. see more on hildegardkeller.ch

Lecture 


In the Labyrinth of Genealogy
Genealogy represents a crucial element in the construction of both collective and individual identity because it visualizes the familial system into which a person is born: Who are your ancestors and who are you? The individual finds its place on a tiny twig on one of the many branches of a labyrinth-like family tree. The asterisk in my title refers to the wildcard in a computer search (in which it can represent zero, one or several characters, and therefore comprises all words that begin with gen-). My lecture focuses on genealogy, while also taking into consideration other relevant terms: gen, genetics, genealogy, generation, genuine and genius.

Genealogy attempts to overcome the tooth of time with images of temporal continuity: the dead remain no less present than the living, whose presence in turn implies those who are yet to come. Genealogy thus tends to diminish, if not outright suppress, individual identity by placing single persons within a deep synchronic setting – a setting of generation and sex. At the threshold of modernity, we find artists who delve into the challenge of the familial labyrinth for the individual: who are you within (and without) the labyrinth of your familial ties? The works by two Latin American women shall be in the spotlight – the Mexican painter, Frida Kahlo, and the Argentine poet, journalist and playwright, Alfonsina Storni.

Im Labyrinth der Stammbäume

Genealogie stellt ein zentrales Element für die Konstruktion der kollektiven und individuellen Identität dar. Sie macht das Familiensystem sichtbar, in das ein Mensch hineingeboren wird: Wer sind deine Vorfahren und wer bist du? Das Individuum findet so seinen Platz auf einem Zweiglein an den unzähligen Ästen eines labyrinthischen Stammbaums. Der Asterisk * in meinem Titel ist eine sogenannte Wildcard, wie man sie in der elektronischen Suche benutzt (dort kann sie keinen, einen oder mehrere Buchstaben repräsentieren und erschliesst deshalb alle Wörter, die mit gen- beginnen). Der Vortrag fokussiert den Begriff Genealogie, berücksichtigt aber auch Wörter wie Gen, Genetik, Generation, genuin und Genius.
Genealogisches Denken zählt zu den wesentlichen Merkmalen, die in der Vormoderne eine gesellschaftliche Gruppe ebenso wie Individuen charakterisieren. Der historische Prototyp in der christlichen Kulturgeschichte ist die Genealogie von Jesus Christus (in diesen Zusammenhang gehört auch die Tatsache, dass viele Familienbibeln noch heute leere Seiten enthalten, auf denen die wichtigsten Familienmitglieder der Bibelbesitzer eingetragen werden können). Adlige Familien im Mittelalter legitimierten ihre Territorialmacht, indem sie (oft fiktive) Stammbäume konstruierten. Mit Hilfe von solch langen genealogischen Wurzeln untermauerten sie ihren Machtanspruch.
Genealogisches Denken versucht den Zahn der Zeit ausser Kraft zu setzen: Der Familienstammbaum vergegenwärtigt die Toten ebenso wie die Lebenden, und deren Präsenz lässt auch an all jene denken, die erst noch geboren werden. Auf diese Weise schmälert Genealogie die Position des einzelnen Mitglieds einer Familie. An der Schwelle zur Moderne beginnen künstlerisch Schaffende diese Einbindung in die Familiensysteme in Frage zu stellen, indem sie die genealogische Herausforderung zu ergründen: Wer bist du innerhalb (und ausserhalb) des Labyrinths vorangegangener Generationen? Die Werke zweier lateinamerikanischer Künstlerinnen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stehen im Zentrum der Ausführungen: die mexikanische Malerin Frida Kahlo und die argentinische Dichterin, Journalistin und Theatermacherin Alfonsina Storni.

workshop: FireLine

In myths and tales, a great deal hangs by a thread. Sometimes life itself. The same also holds true for the most famous of labyrinths ever escaped by a living person. The hero Theseus managed to kill the bull-headed Minotaur by the strength of his own hands, but he would have never done it without the assistance of Ariadne. She has fallen in love with him and hence provided him with help in the form of a ball of yarn and a sword. Theseus was lucky.
Thread and sword stand for the two aspects of craft with which we will experiment in this workshop. We will, however, substitute the thread and the sword with other tools. Our thread is called FireLine (an especially strong one) and scissors, knives and editing programs will have to serve as our ‘swords’. With the help of techniques drawn from film and collage, we will build labyrinths and play with our identities.
german version
In den Mythen und Sagen hängt vieles an einem Faden. Manchmal das Leben selbst. Das scheint auch der Fall zu sein beim berühmtesten Labyrinth, das je ein Lebender verliess. Der starke Theseus schaffte es zwar aus eigener Kraft, den stierköpfigen Minotaurus zu töten, doch hätte er es nie geschafft ohne die Listen der Ariadne. Sie hatte sich in ihn verliebt und verschaffte ihm deshalb ein paar Hilfsmittel. Ein Garnknäuel und ein Schwert. Theseus hatte Glück.
Faden und Schwert stehen für die beiden handwerklichen Aspekte, mit denen wir in diesem Workshop experimentieren werden: Schneiden, zerschneiden, kappen von Verbindungen einerseits – verknüpfen, zusammenfügen, weiterspinnen andererseits. Wir ersetzen Faden und Schwert durch andere Werkzeuge: Der Faden heisst FireLine (er soll ganz besonders stark sein) und als ‚Schwert’ dienen uns Schere, Japanmesser und Schnittprogramme. Mit Hilfe von Film- und Collage-Techniken bauen wir Labyrinthe und spielen mit unserer Identität.

[image reference is broken]

 

Wichtiger Hinweis:
Diese Website wird in älteren Versionen von Netscape ohne graphische Elemente dargestellt. Die Funktionalität der Website ist aber trotzdem gewährleistet. Wenn Sie diese Website regelmässig benutzen, empfehlen wir Ihnen, auf Ihrem Computer einen aktuellen Browser zu installieren. Weitere Informationen finden Sie auf
folgender Seite.

Important Note:
The content in this site is accessible to any browser or Internet device, however, some graphics will display correctly only in the newer versions of Netscape. To get the most out of our site we suggest you upgrade to a newer browser.
More information

© 2013 ETH Zurich | Imprint | Disclaimer | 19 April 2010
top